Sonntag, 16. Dezember 2018

Mein Jahr mit der Entdeckung von MS

Am Jahresende werden überall Jahresrückblicke gemacht. Vor allem im TV. Daher werde ich das jetzt auch hier machen.

Wie HIER zu lesen ist, begann bei mir alles im April. Es war ein einschneidendes Erlebnis, weil ich da mit dem Leben abgeschlossen hatte.

Aber es ging weiter, dank Marion Ruthner. Und nun versuche ich auch, das beste daraus zu machen. Ich sehe es so, dass ich in der Verlängerung meines Lebens bin. So gehe ich nun Dinge an, die ich schon viel früher hätte angehen sollen. Wie zum Beispiel Erinnerungsstücke aus vergangenen Zeiten zu entsorgen. Hätte ich das früher schon gemacht, wäre es vielleicht gar nicht dazu gekommen, was passiert ist. Das hält sicher keine MS auf, aber es hätte vielleicht nicht die Auswirkung gehabt wie im April.

Reha und Pflegeheim

Die Zeit in der Reha und im Pflegeheim hat mich wieder aufgebaut. Nicht nur körperlich. Auch seelich. Es ist natürlich noch nicht alles wie es mal war, und es wird sicher auch nie wieder so wie es mal war. Aber auf jeden Fall besser als im April.

In diesem Jahr habe ich viele Menschen kennen gelernt, die ich sonst sicher nicht kennen gelernt hätte. Es ist aber hier auch zu sagen, ich finde es schade, dass aus dieser Zeit nicht "mehr" übrig geblieben ist, was die Kontakte angeht. Sicher war es bei den meisten so, sie waren nun mal angestellt und ich war Patient. Auch wenn man sich  zum Teil gut verstanden hat, ist vermutlich allein aufgrund dieser Konstellation nichts Nachhaltiges daraus geworden. Und das finde ich sehr schade. So hätte ich gerne auch zu manchen anderen Patientinnen weiterhin gerne Kontakt gehabt, aber auch da ist nicht wirklich viel übrig geblieben. Zum Teil ist der Kontakt noch da, aber nicht so intensiv. Und das finde ich schade.

Alles wie immer, nichts wie sonst: Mein fast normales Leben mit multipler Sklerose



Das Leben geht weiter

Nun heißt es aber für mich, mein eigenes Leben wieder in geregelte Bahnen zu bringen. Allem voran, die Erinnerungsstücke aus der Vergangenheit zu entsorgen. Aber auch, mich körperlich weiter zu bewegen. Denn es ist einfach so, wenn ich längere Zeit (1-2-3 Stunden) sitze, versteift sich mein Körper. Doch auf der anderen Seite schafft es mein Körper nicht mehr, dass ich mich zu lange bewege. Also da muss ich noch die richtige Ausgewogenheit finden.

Aber das sind dann alles so Dinge, die gehören wohl dazu. Ich habe nun mal leider MS, und ich versuche "das Beste" draus zu machen.

Es gibt einem auf jeden Fall zu denken, wenn man den Gedanken hatte, nun ist das Leben vorbei. Man denkt daran, was man im Leben gut gemacht hat, aber man denkt auch daran, was man im Leben falsch gemacht hat. Und für die Zukunft nimmt man sich vor, diese Fehler nicht noch mal zu machen. Also hat das Ganze auch etwas Gutes.

So will man auch gewisse Menschen gar nicht mehr in seinem Leben haben. Zum Beispiel weil sie einem am Ende nicht gut getan haben. Oder vielleicht noch Probleme gemacht haben.

Man will also sein Leben verbessern. In vielen Bereichen. So weit dies möglich ist.

Fazit:

Ein Jahr, welches mein Leben verändert hat. Aber trotz des negativen Erlebnis versuche ich doch, das Beste draus zu machen. Es ist sicher nicht einfach. Aber so soll das negative Erlebnis auch etwas Positives haben.

Samstag, 8. Dezember 2018

Test MS

Sicher schauen hier auch Leute rein, die nicht an MS erkrankt sind. Aber sie haben eine Vermutung, dass es sein könnte.

Viele haben Angst an MS zu erkranken. Nicht zuletzt bewirken das auch die Spots im Werbefernsehen bewirken die Sensibilisierung für MS. Die Krankheit ist dadurch präsent. Was nicht schlecht ist, weil es eben JEDER bekommen kann.

Und die Leute interessiert es dann, wie sie es bekommen könnten. Und ob sie überhaupt davon betroffen sind.

Wie schon gesagt, JEDER kann MS bekommen. Viele wissen gar nicht genau, was MS für eine Auswirkung hat. Sie sehen nur Betroffene im Rollstuhl. Wissen aber gar nicht, dass MS nicht zwangsläufig im Rollstuhl enden muss.

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Wenn man etwas an sich merkt, was auf die hier aufgeführten Symptome in einem früheren Beitrag hindeutet, solltest du ganz klar deinen Arzt aufsuchen. Denn je früher etwas dagegen gemacht wird, desto besser kann man das Fortschreiten der Krankheit hinaus zögern.

Du solltest dich nur von einem Arzt untersuchen lassen, damit du sicher bist. Denn die guten Ratschläge von Bekannten sind vielleicht gut gemeint, aber bringen gar nichts. Es muss also richtig behandelt werden. Mit Bewegung und Medikamenten.

So gibt es auch im Internet gewisse Tests mit denen du feststellen kannst, ob du MS hast. Aber um wirklich sicher zu sein, ist eine Untersuchung durch einen Arzt notwendig. Vermutlich wird dich ein Hausarzt dann zu einem Neurologen überweisen.

Und nur hier kannst du sicher sein, ob du wirklich von MS betroffen bist oder nicht. Daher rate ich von irgendwelchen Tests im Internet ab.

Ich weiß, dieser Gang ist dann für viele sicher unangenehm weil sie nicht wissen, was sie erwartet. Aber MS ist keine tötliche Krankheit. Sie schränkt das Alltagsleben sicher ein. Aber du stirbst nicht daran. Du hast also den vorteil, je früher sicher ist, dass du MS hast, desto früher kann dem entgegen gewirkt werden mit Medikamenten und Therapien.



Montag, 3. Dezember 2018

MS Symptome

Merkst du, wenn du MS hast? Ja! Es gibt auch ohne große Untersuchungen erste Anzeichen. Wenn du aufgrund dieser Anzeichen den starken Verdacht hast, dass du von MS betroffen bist, ist natürlich der Gang zum Arzt sicher. Eine Untersuchung per CT ist sicher meist die Folge, weil man dann sehen kann was "innen" los ist.

Am Anfang können nur einzelne Symptome auftreten, aber auch viele auf einmal. Es ist also bei jedem Betroffenen MS Patienten unterschiedlich. Das ist auch der Grund, warum MS als die Krankheit mit den 1000 Gesichtern bezeichnet wird.

Bei den einen Betroffenen machen sich nur wenige Symptome bemerkbar. Bei anderen sind verschiedene Symptome zur gleichen Zeit feststellbar.

Die 5 häufigsten Symptome für MS lauten:

Gefühlsstörungen in Armen und Beinen
Müdigkeit
Störungen beim Stuhlgang
Unsicheres Stehen und Gehen
Sehstörungen

Alles wie immer, nichts wie sonst: Mein fast normales Leben mit multipler Sklerose



Im Weiteren können folgende Symptome auftreten, die aber eher seltener sind. 
Kraftlosigkeit
Muskelverkrampfungen
Probleme beim Wasser lassen
Lähmungen und Gefühlsstörungen im Gesicht
Sprachstörungen
Schmerzen
Lähmung in Arm und Bein auf einer Seite des Körpers

Die Gefühlsstörungen in Armen und Beinen sind also die häufigsten Anzeichen für MS. Gefolgt von Müdigkeit, im Sinne von Erschöpfung.

Es gibt also einige Anzeichen für die Krankheit. Sie ist nicht heilbar. Aber sie kann in ihrer Auswirkung mit Medikamenten eingegrenzt werden. Deshalb solltest du die Anzeichen nicht ignorieren. Auch wenn MS nicht direkt lebensgefährlich ist. Aber sie schränkt den Alltag ein.


Samstag, 24. November 2018

Aktiv mit MS

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Das Bewegung und Sport für den Körper positiv ist, wissen wir alle. Und das gilt besonders für MS Patienten.

Wer unter MS leidet, würde sich wohl am liebsten einfach irgendwo  hinlegen und nie wieder aufstehen. Also sich einfach möglichst wenig bewegen.

Doch das ist nicht nur grundsätzlich falsch, sondern besonders bei MS. Wenn du MS hast, solltest du gerade dann sportliche Aktivitäten in deinen Alltag integrieren. Es gibt Studien, die belegen, dass die körperliche Aktivität positiv wirkt auf die Erkrankung.

Es ist wichtig, die gesamte Muskulatur des Körpers zu stärken. Auch ist es für MS Patienten wichtig, durch die Bewegung an der "frischen Luft" die sozialen Kontakte zu verbessern. Aber auch durch das ständige Training verringert man die Ermüdung des Körpers, die plötzlich auftreten kann.

Hierbei solltest du beachten, dich nicht zu überanstrengen. Ideal sind hier, Trainingspläne, die speziell auf Patienten mit MS abgestimmt sind.

Bewegung tut im Allgemeinen auch gut für die Gesundheit. Sie reduziert das Körperfett, bewegt das ganze Herz-Kreislauf-System auf Trab, reguliert das Cholesterin und Gekämpft automatisch auch Depressionen. Ganz zu schweigen von anderen Möglichkeiten wie das positive Beeinflussen bei Osteoporose oder Arteriosklerose.

Sport und Bewegung verbessert einfach auch das Gefühl für den eigenen Körper.

Welche Sportart für den Betroffenen die richtige ist, kann nicht allgemein gesagt werden. Denn dies ist eher individuell zu sehen. Dabei ist es aber wichtig, dass der Betroffene alles im Rahmen seiner eigenen Leistungsgrenze macht und sich nicht überanstrengt.

Gerade bei MS Patienten ist der Sport meist ein Teil der Therapie. Schwächen und Koordinationsprobleme werden damit verbessert.

Dies kann dann dazu beitragen, dass MS Patienten ihren Alltag besser bewältigen können. Denn das Gleichgewichtsgefühl, Ausdauer und Kraft können mit dem Aufbau der Muskulatur verbessert werden.

Natürlich gibt es Menschen, denen dies zu anstrengend ist. Doch hier sollest du dir klar machen, weitere Inaktivität verschlimmert die Auswirkungen von MS. Daher ist jedem MS Patienten zu raten, sich immer wieder zu bewegen. Finde deinen Sport, der dir Spaß macht, und werde damit aktiv.

Donnerstag, 22. November 2018

Was ist MS

Bevor man sich über eine Behandlung und Leben mit MS informiert, sollte man erst mal genau wissen, was MS überhaupt ist. Auch wenn der Begriff geläufig ist. MS steht kurz für "Multiple Sklerose".

Es ist eine Chronische Entzündung des Nervensystems. Das bedeutet, hier werden Nervenstrukturen zerstört. 

MS ist nicht heilbar. Aber man kann mit Medikamenten die Fortschreitung der Krankheit mindern. 

Als erste Anzeichen von MS kann man oft folgende Symptome feststellen. 

Unsicherheit beim Gehen
Störungen beim Sehen
Strungen bezüglich der Gefühle in den Beinen
Müdigkeit
Probleme mit der Entleerung des Darms

MS ist nicht eine Art "Todesurteil". Es gibt über 200000 Leute in Deutschland, die mit dieser Krankheit leben. Dabei sind r und doppelt soviele Frauen betroffen als Männer.

Der Verlauf der Krankheit ist unterschiedlich. Bei manchen Patienten kann es schleichend verlaufen. Sie merken also am Anfang nicht mal, dass sie die Symptome haben, und dass bei ihnen MS "schlummert".

Bei anderen kann schnell festgestellt werden, was mit ihnen nicht stimmt und woran es liegen könnte. 


Alles wie immer, nichts wie sonst: Mein fast normales Leben mit multipler Sklerose

An folgenden Sympthomen kann man erkennen, dass man MS hat. Die Beschwerden sind etwa sortiert nach der Häufigkeit des Auftretens. 

- Störungen der Gefühle in den Beinen
- Ungewöhnliche Müdigkeit
- Störungen beim Stuhlgang
- Probleme beim Gehen und Stehen
- Sehstörungen
- Störungen der Gefühle in den Armen
- Schwindende Kraft in den Beinen und Armen
- Gesichtslähmungen
- Störungen der Gefühle im Gesicht
- Störungen beim Sprechen
- Lähmung von Arm und Bein auf einer Seite des Körpers

Die Störungen der Gefühle in Armen und Beinen die häufigsten Erscheinungen. Wenn man also diesbezüglich etwas bei sich bemerkt, sollte man schon prüfen ob es noch weitere Hinweise gibt, die oben aufgeführt sind.

Man spricht oft von "Schüben". Das heißt, es gibt einen Schub, bei dem die Beschwerden massiver auftreten als zu anderen Zeiten. 

Doch das muss nicht immer so sein. Es kann auch einen schleichenden Verlauf nehmen. Das heißt, man erkennt den "Schub" nicht mal. 

Es wird auch vermutet, dass MS vererbbar ist. Aber ds besteht die Meinung, dass JEDER MS bekommen kann. Denn für die Vererbbarkeit gibt es noch keine klaren Beweise. 

Es gibt jedoch eine starke Vermutung, dass MS durch eine Infektion entstehen kann. Doch auch das ist nicht zu 100 % gesichert. 

Was auch interessant ist, ist die Tatsache, dass ein Mangel an Vitamin D ein Grund für MS sein könnte. Denn Vitamin D wird bekanntlich durch die Sonneneinstrahlung im Körper produziert. Und wenn man sich vom Äquator fort bewegt, häufen sich die Fälle von MS. Bekanntlich ist die Sonneneinstrahlung am Äquator sehr hoch. 

Samstag, 17. November 2018

Meine Geschichte mit MS

Alles begann im April 2018. Ich bin mehrfach umgefallen. Einfach so. Es hat mir nichts weh getan. Mir fehlte dann plötzlich nur die Kraft. Ich konnte mich zwar jedes mal wieder aufstellen indem ich mich aufs Bett gedrückt habe und dann vom Bett aus aufgestanden bin. Aber ich wunderte mich.

Zum einen war es nicht normal, dass ich einfach so umgefallen bin. Das hatte ich bis dahin nicht. Zum Anderen merkte ich, dass die Kraft nachgelassen hatte. Und ich verstand es einfach nicht. Ich fragte mich was los ist.

Beim 5. Umfallen konnte ich mich dann nicht mal mehr aufs Bett drücken. Ich kroch dann ins Wohnzimmer und versuchte es dort auf dem Sessel. Aber auch das funktionierte nicht. Ich kroch wieder zum Bett, und versuchte es wieder. Doch es ging immer noch nicht. Mir fehlte einfach die Kraft. Und ich verstand es nach wie vor nicht.

Donnerstag Abend telefonierte ich wie so oft mit einer lieben Bekannten, Marion Ruthner, aus Süddeutschland. Als ich mit ihr telefonierte, saß ich bereits auf dem Boden. Jedoch erzählte ich ihr nichts davon. Ich sprach mit ihr wie immer. Ich sage mal rund 2 Stunden ging das Gespräch. Als wir es beendeten, kroch ich wieder ins Schlafzimmer. Ich warm mein Handy ins Bett. Denn ich wollte dann ins Bett gehen. Ich wollte dann also meinem Handy folgen. Versuchte wieder mich hochzudrücken. Aber es ging immer noch nicht. Wieder kroch ich ins Wohnzimmer und versuchte es auf dem Sessel. Auch diesmal erfolglos.

Ich hatte dann einfach keine Lust mehr und legte mich hin um zu schlafen. Zwar überlegte ich noch was es sein könnte. Doch ich wusste es nicht. Ich schlief dann ein. Irgendwann wurde ich wieder wach. Weitere Versuche aufzustehen klappten nicht. irgendwann resignierte ich. Ich ich wusste, ohne Nahrung kann man einige Tage überleben. Doch ohne Wasser nur wenige Tage.



Ich weiß nicht mehr was mir da alles durch den Kopf ging. Jedenfalls lief es im Endeffekt auf Folgendes hinaus. Ich dachte mir, ich hatte weitgehend ein schönes und interessantes Leben. Habe viel erreicht. Viel gemacht. Aber nun war gut. Ich wollte dann nur noch einschlafen und nie wieder aufwachen.

Nun kann man natürlich sagen, warum ich keinen Lärm gemacht habe. Sicher wäre das möglich gewesen. So hätte ich zur Wohnungstür kriechen und dagegen hämmern können. Aber in dieser Situation dachte ich nicht daran. Denn wie später in der Reha festgestellt wurde, hatte sich auch noch eine Depression bei mir festgesetzt. Die Gründe dafür waren mir klar. Oma, Opa, Vater, Mutter, Onkel gestorben. Und der Rest lebt sein eigenes Leben. Dazu wurden die letzten 3 Firmen geschlossen, in denen ich gearbeitet habe. Erst das Hauptlager von Pelikan Hardcopy, wo ich im Versandbüro als Sachbearbeiter war, dazu stellv. Vorsitzender vom Betriebsrat und Auditor. Dann als Versandleiter bei einer Firma in der Nähe von Euskirchen. Anschließend wieder zurück in das alte Pelikan Gebäude als Versandleiter für eine chinesische Firma. Alle Unternehmen wurden geschossen. Und das blieb ja offenbar auch nicht ohne Folgen bei mir.

Also war ich an dem Punkt wo ich mir dachte, es reicht. Ich habe sowieso niemanden mehr. Ich wollte dann wie gesagt nur noch einschlafen und nie wieder aufwachen, damit ich nichts merkte.

Das mit dem Einschlafen hat geklappt. Aber ich bin dann auch wieder wach geworden. Mehrere Male. Beim letzten mal weil die Polizei an meiner Wohnungstür war, klingelte und klopfte und nach mir rief. Ich konnte der Beamtin dann durch die geschlossene Tür sagen was los war. Über die Polizei wurde dann die Feuerwehr gerufen. Diese öffnete dann die Wohnungstür indem sie das Schoss aufbohrte. Nach wenigen Minuten standen dann 2 Sanitäter neben mir. Ich sprach mit ihnen und sagte ihnen was los war.

Ich wurde dann auf eine Bahre gelegt und wurde ins Krankenhaus gebracht. Der Grund, warum die Polizei da war: Marion Ruthner, mit der ich Donnerstag Abend noch telefoniert hatte, wie erwähnt, hatte dann Freitag und Samstag versucht bei mir anzurufen. Ich hörte zwar Telefon und Handy. Aber ich konnte ja nicht ran gehen. Handy lag irgendwo im Bett und das Festnetztelefon stand in der Ladestation auf dem Schreibtisch. Und im Internet war ich auch nicht präsent. Also rief sie Samstag Abend bei der Polizei in Düren an, damit die mal nachsehen kamen was los war, weil sie befürchtete es wäre was passiert.
Es ist eine Tatsache, dass sie mir damit das Leben gerettet hat. Hätte sie nicht bei der Polizei in Düren angerufen weil sie mich vermisst hatte und nicht erreichen konnte, würde es mich heute mit Sicherheit nicht mehr geben.

In der folgenden Zeit war ich sehr nachdenklich. Angefangen im Krankenhaus. Ich war also meist sehr ruhig. Mir gingen viele Gedanken durch den Kopf. Zwar half ich meinem Bettnachbarn noch, als er seine Frau vermisste, und rief für ihn bei der Polizei in Düren um sie zu finden. Aber ansonsten war ich sehr ruhig.

Ich war dreimal in der "Röhre" zum röntgen. Beim ersten mal wurde eine Entzündung am Rückenmarkt festgestellt. Beim zweiten mal hies es, ich hätte beginnende MS. Da sagte ich noch zum Arzt, wie soll ich denn daran kommen? Das hat niemand in der Familie. Aber er meinte, das könne jeder bekommen.
Nach dem dritten mal in der Röhre hieß es dann, dass ein Nerv im Rücken entzündet war. Das war dann auch für mich nachvollziehbar, wenn ich daran dachte was passiert war.

Dazu kam, bei Blutuntersuchungen wurde festgestellt, dass mir viele Vitamine und Spurenelemente fehlten. Was dann wohl auch zu der Entzündung beigetragen hatte. Währe ich also mal sorgsamer mit meiner Ernährung gewesen...............

Ich versuchte am Monatsanfang meine monatlichen Überweisungen zu machen. Denn ich hatte dummer Weise keine Daueraufträge eingerichtet sondern die Dinge jeden Monat per Onlinebanking überwiesen. Ich habe ja nie damit gerechnet, dass ich unvorbereitet längere Zeit weg sein würde. Ich rief also bei meiner Bank an und sagte, die sollten die Überweisungen, die sonst jeden Monat stattgefunden haben einfach noch mal ausführen. Der Mann meinte zu mir ich müsste ihm die Kontonummern und Empfänger geben. Dann könnte er das machen. Ich sagte, ich bin im Krankenhaus. Da habe ich doch keine Kontonummern dabei. Aber es ging nicht. Dann überlegte ich was ich machte und kam auf den Gedanken mir eine "Betreuerin" zuzulegen. Dies tat ich dann auch über den Sozialen Dienst vom Krankenhaus. Die Betreuerin kam mit einer Richterin zu mir, die Richterin sprach mit mir, und gab der Betreuerin die entsprechende Vollmacht, in meinem Namen Dinge regeln zu können.



Danach hatte ich den Gedanken, "Nun hab ich mit nix mehr was zu tun.". Grund dafür war wohl meine Depression.

Nach 2 Wochen Krankenhaus kam ich von dort in die Reha, in der Nähe von Euskirchen. Ich wusste nicht was da auf mich zukam. Ich hab es einfach mitgemacht. Als ich dort ankam konnte ich erst mal kaum gehen. Im Krankenhaus bin ich zwar mit einer Therapeutin über den Flur gegangen, aber nur mit so einer Art Gehwagen, wo ich mich drauf stützen konnte. Ansonsten lag ich ja nur im Bett.

In der Reha bekam ich dann einen Rollstuhl. Mit dem fuhr ich auch ständig dort rum, die ersten Wochen. Durch die Therapien wurde dann bewirkt, dass ich langsam wieder gehen konnte. Meine Blutwerte wurden auch langsam wieder gut, durch das Essen im Krankenhaus und in der Reha. Nach einigen Wochen war alles wieder im normalen Bereich.

Und ich regte mich über einige Dinge in dieser Klinik auf. So gab es dort einige "Stolperfallen" für Rollstuhlfahrer. Zum Beispiel Metallleisten an Türen. Fand ich unmöglich. Denn viele Patienten waren am Anfang ja auf den Rollstuhl angewiesen. TV gab es nur wenn man dafür  zahlte. Wo gibt es das heute noch? Dabei hätte das Gucken von TV sicher auch zur Genesung beigetragen. Die Aufzüge dort waren eine Katastrophe. Zu klein. Und nur 2 Stück gab es dort für den öffentlichen "Betrieb". Die geringe Größe war natürlich sehr nachteilig für Rollstuhlfahrer. Meistens waren die Aufzüge am Tage voll. Da passte kein Rollstuhl mehr rein. Der Aufzug für die Angestellten war auch meist voll, weil damit auch Essen und andere Dinge transportiert wurden. Ich habe hier meist den "Fahrservice" genutzt. Das heißt, ich bin da mit den Angestellten runter zu den Therapien gefahren und wieder hoch. Denn es war unmöglich zeitig zu den Therapien zu kommen bei dieser Aufzugsituation.

Doch auch bei all dem Ärger konnte ich am Ende wieder gehen. Auch wenn nur am Rollator und nicht sehr weit. Aber es ging. Daher sind die Therapeuten dort sehr gut.

Zwischendurch kam mich noch eine liebe Bekannte besuchen. Es war Mone von www.riderswayout.de

Nach der Reha kam ich in eine Kurzzeitpflege in der Nähe von Düren. Es war so gedacht, dass in der Zeit bei mir in der Wohnung noch ein paar Änderungen vorgenommen werden sollte. Die von meiner Betreuerin in die Wege geleitet wurden. Durch einen gebrochenen Fuß dauerte es leider länger als gedacht. Ich war dann rund 3 Monate dort.

Dann meinte meine Betreuerin, ich könnte in die LVR Klinik gehen nach der Pflege, um meine Depression behandeln zu lassen. Jedoch habe ich dies abgelehnt. Denn ich wollte endlich wieder nach Hause. Ich war nun rund 5 Monate weg. Und mir reichte es. Aber vor allem hatte ich dort am Anfang mein Einzelzimmer. Da war ich zufrieden. Nach rund einem Monat musste ich auf ein Doppelzimmer. Dort war mein Zimmernachbar ein 92jähriger Mann. Ich hatte zwar kein direktes Problem mit dem Mann. Auch wenn ich zwischendurch hörte ich hätte angeblich gedroht ihn zu hauen wenn er weiter nervt. Aber das war totaler Schwachsinn. Der Mann hatte mit seinen 92 Jahren keine Chance, zumal ich früher auch Kampfsport gemacht habe. Also das war lächerlich. Doch er nervte ohne Unterbrechung. Auch wenn er nicht dafür konnte. Er war schwerhörig und hörte daher auch nicht, wie er beim Gehen (am Rollator) mit den Füßen aufstampfte. Und wenn er auf Toilette ging hat er meist die Türe offen gelassen. Als ich ihm die Türe dann einige Male zugedrückt habe, hatte er es meist auch gemacht wenn er ins Bad ging. Nur leider nicht immer.

Also ich war froh, als das Ende meiner Zeit dort kam. Hätte ich die ganzen 3 Monate in einem Einzelzimmer verbracht, wäre ich vielleicht noch in die LVR Klinik gegangen. Aber unter diesen Umständen war ich froh, wieder nach Hause zu kommen.

Zu Hause angekommen musste ich mich erst mal an die Umgebung wieder gewöhnen. Denn ich war 5 Monate von zu Hause weg und einige Dinge wurden entsorgt in meiner Abwesenheit, die mich auch an die "gute alte Zeit" und an die Zeit mit meinen Eltern erinnerten. Ich war froh, dass diese Dinge weg waren. Den Rest werde ich nun nach und nach noch ausmisten, die ich selber durchsehen muss.

Jedenfalls merke ich, diese Tätigkeit tut mir gut. Zum ei nen bezüglich der Depression. Und auch die körperliche Bewegung Daher bin ich davon überzeugt, die Zeit zu Hause tut mir viel besser als es die LVR Klinik könnte.

Vor einigen Tagen war ich bei einem Neurologen. Ich fragte mich zwar, was ich dort sollte. Denn lt. Reha ist die Entzündung des Nervs nicht beschleunigbar. Ich kann also nur abwarten bis sie wieder weg ist.

Aber der Neurologe sagte mir etwas, was mir bewusst machte, dass ich vermutlich doch MS habe. Auch wenn ich das bisher nie glauben wollte. Ich hatte den Nerv entzündet und die Entzündung kam durch den Vitaminmangel.

Der Neurologe machte mir aber nun bewusst, dass diese Entzündung nur eine Folge der MS ist. Ich bin zwar immer noch nicht davon überzeugt, dass ich MS habe. Aber es würde einiges erklären, was ich in den letzten Jahren gemerkt habe. Zum Beisiel meine Körpersteifigkeit.

Ich bin mir also noch nicht ganz sicher. Wenn es aber MS sein sollte, muss ich mich damit "anfreunden". Denn ich weiß ja, das ist nicht heilbar. Man kann es nur verbessern. Damit die Auswirkung nicht so schlimm wird.



In diesem Rahmen habe ich nun diesen Blog hier erstellt. Hier werde ich in Zukunft Dinge reinschreiben, die sich um die Krankheit drehen. Allgemeine Infos aber auch meine Erfahrungen. MS ist ja kein Todesurteil. Es bedeutet nur eine Einschränkung des alltäglichen Lebens. Doch auch darauf kann man sich einstellen. Und diese Infos werde ich hier schreiben. Und ich hoffe, damit auch einigen Betroffenen Mut machen zu können.