Sonntag, 16. Dezember 2018

Mein Jahr mit der Entdeckung von MS

Am Jahresende werden überall Jahresrückblicke gemacht. Vor allem im TV. Daher werde ich das jetzt auch hier machen.

Wie HIER zu lesen ist, begann bei mir alles im April. Es war ein einschneidendes Erlebnis, weil ich da mit dem Leben abgeschlossen hatte.

Aber es ging weiter, dank Marion Ruthner. Und nun versuche ich auch, das beste daraus zu machen. Ich sehe es so, dass ich in der Verlängerung meines Lebens bin. So gehe ich nun Dinge an, die ich schon viel früher hätte angehen sollen. Wie zum Beispiel Erinnerungsstücke aus vergangenen Zeiten zu entsorgen. Hätte ich das früher schon gemacht, wäre es vielleicht gar nicht dazu gekommen, was passiert ist. Das hält sicher keine MS auf, aber es hätte vielleicht nicht die Auswirkung gehabt wie im April.

Reha und Pflegeheim

Die Zeit in der Reha und im Pflegeheim hat mich wieder aufgebaut. Nicht nur körperlich. Auch seelich. Es ist natürlich noch nicht alles wie es mal war, und es wird sicher auch nie wieder so wie es mal war. Aber auf jeden Fall besser als im April.

In diesem Jahr habe ich viele Menschen kennen gelernt, die ich sonst sicher nicht kennen gelernt hätte. Es ist aber hier auch zu sagen, ich finde es schade, dass aus dieser Zeit nicht "mehr" übrig geblieben ist, was die Kontakte angeht. Sicher war es bei den meisten so, sie waren nun mal angestellt und ich war Patient. Auch wenn man sich  zum Teil gut verstanden hat, ist vermutlich allein aufgrund dieser Konstellation nichts Nachhaltiges daraus geworden. Und das finde ich sehr schade. So hätte ich gerne auch zu manchen anderen Patientinnen weiterhin gerne Kontakt gehabt, aber auch da ist nicht wirklich viel übrig geblieben. Zum Teil ist der Kontakt noch da, aber nicht so intensiv. Und das finde ich schade.

Alles wie immer, nichts wie sonst: Mein fast normales Leben mit multipler Sklerose



Das Leben geht weiter

Nun heißt es aber für mich, mein eigenes Leben wieder in geregelte Bahnen zu bringen. Allem voran, die Erinnerungsstücke aus der Vergangenheit zu entsorgen. Aber auch, mich körperlich weiter zu bewegen. Denn es ist einfach so, wenn ich längere Zeit (1-2-3 Stunden) sitze, versteift sich mein Körper. Doch auf der anderen Seite schafft es mein Körper nicht mehr, dass ich mich zu lange bewege. Also da muss ich noch die richtige Ausgewogenheit finden.

Aber das sind dann alles so Dinge, die gehören wohl dazu. Ich habe nun mal leider MS, und ich versuche "das Beste" draus zu machen.

Es gibt einem auf jeden Fall zu denken, wenn man den Gedanken hatte, nun ist das Leben vorbei. Man denkt daran, was man im Leben gut gemacht hat, aber man denkt auch daran, was man im Leben falsch gemacht hat. Und für die Zukunft nimmt man sich vor, diese Fehler nicht noch mal zu machen. Also hat das Ganze auch etwas Gutes.

So will man auch gewisse Menschen gar nicht mehr in seinem Leben haben. Zum Beispiel weil sie einem am Ende nicht gut getan haben. Oder vielleicht noch Probleme gemacht haben.

Man will also sein Leben verbessern. In vielen Bereichen. So weit dies möglich ist.

Fazit:

Ein Jahr, welches mein Leben verändert hat. Aber trotz des negativen Erlebnis versuche ich doch, das Beste draus zu machen. Es ist sicher nicht einfach. Aber so soll das negative Erlebnis auch etwas Positives haben.

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